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Beiträge aus der Kategorie ‘Journalismus’

SZ-Kolumne: Vorschlag-Hammer (37)

11. Dezember 2015

Bernhard Blöchl

Hingehen, fernbleiben, Lieblingsfluchten. Unter dem – nun ja – Schlagwort „Vorschlag-Hammer“ schreiben SZ-Autoren auf, welche Münchner Kulturveranstaltungen sie empfehlen (und vor welchen sie warnen). Hier mein 37. Teil vom 8.12.2015:

VORSCHLAG-HAMMER
Der brandneue Advent

Eine meiner liebsten Traditionen in der Adventszeit ist es, den Markt der unabhängigen Verlage im Literaturhaus zu besuchen. Unter dem Motto „Andere Bücher braucht das Land“ lassen sich immer wieder hübsche Weihnachtsgeschenke aufstöbern (Tipps: „Die Sau – Ein voll arger Heimatroman“aus dem Milena-Verlag oder die neuen alten Bukowski-Gedichte „Alle reden zu viel“ aus dem Maro-Verlag). Außerdem begegnet man hier Menschen, die Bücher nicht nach Bestsellerlisten und Tiefstpreisen aussuchen, um sie dann beim Großhändler im Internet zu bestellen. Sehr sympathisch. Weiterlesen

SZ-Kolumne: Vorschlag-Hammer (36)

23. November 2015

Bernhard Blöchl

Hingehen, fernbleiben, Lieblingsfluchten. Unter dem – nun ja – Schlagwort „Vorschlag-Hammer“ schreiben SZ-Autoren auf, welche Münchner Kulturveranstaltungen sie empfehlen (und vor welchen sie warnen). Hier mein 36. Teil vom 23.11.2015:

VORSCHLAG-HAMMER
Es lebe der Eskapismus

Neulich saß ich Scarlett Johansson gegenüber. Ich konnte nicht anders und schloss die Augen. Nun zählt die begehrte Schauspielerin nicht dringend zu den hässlichen Geschöpfen dieses Planeten, aber sich lediglich von ihrer Stimme in eine andere Dimension katapultieren zu lassen, ist zuweilen die bessere Option (wer die Science-Fiction-Romanze „Her“ kennt, weiß, wovon ich erzähle).

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SZ-Kolumne: Vorschlag-Hammer (35)

11. November 2015

Bernhard Blöchl

Hingehen, fernbleiben, Lieblingsfluchten. Unter dem – nun ja – Schlagwort „Vorschlag-Hammer“ schreiben SZ-Autoren auf, welche Münchner Kulturveranstaltungen sie empfehlen (und vor welchen sie warnen). Hier mein 35. Teil vom 10.11.2015:

VORSCHLAG-HAMMER
Ruf! Mich! An!

Sam Mendes hat nicht angerufen. Weder am Dienstag aus Rom, noch am Mittwoch aus Madrid, noch irgendwann aus irgendwo. Nun ist man ja als Filmjournalist zu allem bereit, wenn sich die Gelegenheit bietet, mit dem Regisseur des größten Bond-Thrillers der Geschichte zu sprechen (Spectre ist spektakulär und läuft in fast allen Kinos). Man klammert sich an den Zettel mit den Fragen, an das Aufnahmegerät sowieso, hoffend, dass das Handy nicht gerade dann klingeln muss, wenn man selbst gerade muss. Hätte passieren können bei Ansagen wie diesen: „Kann sein, dass Sam heute Vormittag spontan aus dem Auto anruft, genau wissen wir es leider nicht.“

Nach 24 Wartestunden und der zehnten Trost-SMS denkt man sich schließlich: Ich könnte den Feierabend auch in einer Bar verbringen (Lieblingstipp: Carlitos Minibar in der Ohlmüllerstraße), einen Wodka Martini trinken oder zwei, ob geschüttelt oder gerührt ist auch schon wurscht.

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SZ-Kolumne: Vorschlag-Hammer (34)

28. Oktober 2015

Bernhard Blöchl

Hingehen, fernbleiben, Lieblingsfluchten. Unter dem – nun ja – Schlagwort „Vorschlag-Hammer“ schreiben SZ-Autoren auf, welche Münchner Kulturveranstaltungen sie empfehlen (und vor welchen sie warnen). Hier mein 34. Teil vom 28.10.2015:

VORSCHLAG-HAMMER
A Priserl Esprit

Forever young, I want to be forever young“, schmettert Georg Schiessl, der Direktor der Teatro-Revue „Herzstücke“, als würden von seinem Gesang die grauen Haare verschwinden. Am Ende der Dinner-Show, die seit kurzem wieder im Spiegelzelt in Riem über die Rundbühne geht, bekräftigt auch Alfons Schuhbeck, dass er noch immer jung genug ist für ein bisschen Rock’n’Roll: Er tauscht Kochlöffel gegen Mikro und singt „Blueberry Hill“ und „I Can’t Stop Loving You“.

Auch ich finde Ingwer toll, keine Frage, wenngleich ich nicht so sehr an dessen Wunderkraft glaube wie der Zampano der Münchner Gastroszene. An die belebende Wirkung junger Kunst glaube ich dagegen schon, an das Priserl Esprit, wie Schuhbeck vielleicht sagen würde.

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SZ-Kolumne: Vorschlag-Hammer (33)

15. Oktober 2015

Bernhard Blöchl

Hingehen, fernbleiben, Lieblingsfluchten. Unter dem – nun ja – Schlagwort „Vorschlag-Hammer“ schreiben SZ-Journalisten auf, welche Münchner Kulturveranstaltungen sie empfehlen (und vor welchen sie warnen). Hier mein 33. Teil vom 15.10.2015:

VORSCHLAG-HAMMER
Hüllenlos in München

Sex-Skandale taugen immer für einen steilen Einstieg, fangen wir also mit dem Playboy an. Kürzlich wurde ja bekannt, dass das erlauchte Herrenmagazin auf Nacktfotos verzichten wolle, weil hüllenlose Frauen überholt seien. Schuld habe, hieß es weiter, das schamlose Internet. Was das mit Kultur zu tun hat, fragen Sie? Jede Menge. Der Playboy ohne Entblätterte ist wie die Frankfurter Buchmesse ohne Papier. Schwer vorstellbar, passiert aber schleichend. Auch auf dem Buchmarkt sorgt das Digitale für Veränderungen, was mitunter auch die Inhalte betrifft. Das kann überprüfen, wer sich am Wochenende durch die Messehallen schiebt. Da ich aber selbst nicht in Frankfurt sein kann, viele von Ihnen wahrscheinlich auch nicht, hilft das hier nicht weiter. Aber zum Glück leben wir in einer Stadt, die kulturell selbst dann mithalten kann, wenn die Scheinwerfer anderswo aufgebaut, die roten Teppiche anderswo ausgerollt werden.

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SZ-Kolumne: Vorschlag-Hammer (32)

16. September 2015

Bernhard Blöchl

Hingehen, fernbleiben, Lieblingsfluchten. Unter dem – nun ja – Schlagwort „Vorschlag-Hammer“ schreiben SZ-Journalisten auf, welche Münchner Kulturveranstaltungen sie empfehlen (und vor welchen sie warnen). Hier mein 32. Teil vom 15.9.2015:

VORSCHLAG-HAMMER
Fack ju Diktiergerät!

Nun könnte ich Ihnen von der Begegnung mit Elyas M’Barek vorschwärmen, dem Münchner Superstar unter den Schauspielern, der mit „Fack ju Göhte 2“ in diesen Tagen die Kinokassen füllt, als wären „Fifty Shades Of Grey“ oder die „Minions“ nur Vorfilme für den Blockbuster des Jahres gewesen. Ich könnte den Damen bestätigen, wie stilsicher sich Elyas kleidet, wie männlich sein Händedruck und wie professionell sein Umgang mit der Presse ist. Er kann sogar einen Stapel Autogramme schreiben und nebenbei Antworten geben, und bittet man ihn um ein gemeinsames Foto, springt er sofort auf, um sich mit dem Journalisten ins beste Licht der Hotelsuite zu rücken. All das könnte ich begeistert ausführen. Mach ich aber nicht. Weil es mir peinlich ist. Weiterlesen

SZ-Kolumne: Vorschlag-Hammer (31)

8. Juli 2015

Bernhard Blöchl

Hingehen, fernbleiben, Lieblingsfluchten. Unter dem – nun ja – Schlagwort „Vorschlag-Hammer“ schreiben SZ-Journalisten auf, welche Münchner Kulturveranstaltungen sie empfehlen (und vor welchen sie warnen). Hier mein 31. Teil vom 8.7.2015:

VORSCHLAG-HAMMER
Sommersüchte

Ein schöner Strand braucht keinen Sand. Klar, wer konventionelle Beach-Partys sucht, vergnügt sich lieber auf der Praterinsel oder beim Isar-Happening am Vater-Rhein-Brunnen. Mit Bum-Bum-Beats im Ohr und Sand im Schuh, diese Art Spaß. Am Salvatorplatz dagegen bleibt das Outfit sauber, die schwungvoll arrangierten Pflastersteine sind die Dandys unter den Bodenbelägen. Darauf locken Liegestühle und Sonnenschirme, denn bei der Sommer-Lese des Literaturhauses darf man sich fühlen wie im Urlaub, darf verweilen, herumlümmeln und schmökern (werktags von 11 bis 19 Uhr, Leseproben vorhanden). Jeden Dienstag um 18.30 Uhr bitten die Veranstalter außerdem zum literarischen Apéro, dann lesen Münchner Schauspieler die ersten Seiten aus Romanen vor, die noch nicht veröffentlicht sind (am 14. Juli stellt Alexandra Helmig Peter Høegs „Der Susan Effekt“ vor). Das nenne ich einen wahren Kulturstrand, danach kann man süchtig werden.

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SZ-Kolumne: Vorschlag-Hammer (30)

26. Juni 2015

Bernhard Blöchl

Hingehen, fernbleiben, Lieblingsfluchten. Unter dem – nun ja – Schlagwort „Vorschlag-Hammer“ schreiben SZ-Journalisten auf, welche Münchner Kulturveranstaltungen sie empfehlen (und vor welchen sie warnen). Hier mein 30. Teil vom 25.6.2015:

VORSCHLAG-HAMMER
Den Stars auf den Fersen

Nun schlappen sie wieder, sie fluppen und schlurfen. Ich hasse diese Geräusche, sie versauen mir den Sommer. Aber nicht nur mir. Vor ein paar Jahren stieß ich auf ein Buch der US-Stilikone Glenn O’Brien, in dem ich über den herrlichen Satz, nun ja, stolperte: „Flip-Flops are fool shoes.“ Ich fühlte mich nicht nur bestätigt, sondern inspiriert – das Zitat sollte es auf die erste Seite meines Romans Für immer Juli schaffen, dessen Protagonist niemals Zehentrenner tragen würde. Glenn O’Brien auch nicht, da bin ich mir sicher, zumindest nicht öffentlich. Wenn er sich beim Filmfest mit der Journalistin und Autorin Katja Eichinger über Andy Warhol unterhält – die beiden haben eine exzellente Reihe kuratiert („Yes! Yes! Yes!“) -, dann werden da keine Schlappgeräusche zu hören sein, sondern höchstwahrscheinlich kultivierte Sätze (30.6., 19 Uhr, Black Box).

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SZ-Kolumne: Vorschlag-Hammer (29)

9. Juni 2015

Bernhard Blöchl

Hingehen, fernbleiben, Lieblingsfluchten. Unter dem – nun ja – Schlagwort „Vorschlag-Hammer“ schreiben SZ-Journalisten auf, welche Münchner Kulturveranstaltungen sie empfehlen (und vor welchen sie warnen). Hier mein 29. Teil vom 8.6.2015:

VORSCHLAG-HAMMER
Scarlett oben ohne

Die Dreißig-Grad-Marke ist geknackt, die Sechziger bleiben zweitklassig, und am Samstag frohlockt Helene Fischer im Olympiastadion. Willkommen in der neuen Woche. Willkommen zurück bei den Vorschlag-Hämmern. Und es gibt auch gute Nachrichten. Denn mit den Menschen, ob Fußballfan oder nicht, drängt es auch die Kultur nach draußen. Es muss ja nicht die atemlose Tchibo-Tante aus Schlagerland sein, deren Gesängen man im Freien lauscht.

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SZ-Kolumne: Vorschlag-Hammer (28)

13. Mai 2015

Bernhard Blöchl

Hingehen, fernbleiben, Lieblingsfluchten. Unter dem – nun ja – Schlagwort „Vorschlag-Hammer“ schreiben SZ-Journalisten auf, welche Münchner Kulturveranstaltungen sie empfehlen (und vor welchen sie warnen). Hier mein 28. Teil vom 13.5.2015:

VORSCHLAG-HAMMER
Gladiatoren am Bügeltisch

Also haben die Bayern doch wieder triumphiert. Zwei Titel in einer Saison sind auch in München eine respektable Leistung. Ich danke euch, ihr Heldinnen! Falls Sie es nicht mitbekommen haben im Barcelona-Trubel: Zum ersten Mal seit 1976 haben die Fußballerinnen des FC Bayern die Deutsche Meisterschaft gewonnen, zum ersten Mal in der Geschichte kommen Meisterfrauen und Meistermänner aus derselben Stadt. Das gemischte Double soll nun mit einer Riesenfeier am Marienplatz gewürdigt werden, und nur Schelme mögen spotten, jetzt habe die Quote auch den Rathausbalkon erreicht (24.5.). Fehlt nur noch die Kaiserin zum Kaiser. Die Uli zum Uli. Die Schnuppe zum Stern des Südens.

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