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Seit ein paar Wochen kommt der Kulturteil der München- und Bayern-SZ ziemlich neu daher. Mehr Service, mehr Magazin, mehr Mehr. Eine Kolumne gibt es auch, und ich bin einer der Autoren. Unter dem – nun ja – Schlagwort „Vorschlag-Hammer“ schreiben SZ-Journalisten auf, welche Kulturveranstaltungen sie empfehlen (und vor welchen sie warnen). Hier mein fünfter Teil vom 28.3.2014:
VORSCHLAG-HAMMER
Auf Stimmenfang
Neulich war Winter, aber er war nicht da. Der Winter hatte hitzefrei, und der Frühling gab den Streber, worüber sich die meisten Menschen freuten, auch wenn sie im selben Atemzug über den Mangel an Schneeballschlachten klagten. Mit Scarlett Johansson verhält es sich ähnlich. Nicht, dass die Hollywood-Muse eine eisige Aura umgäbe, kalt lässt die keinen. Aber seit gestern ist sie im Kino zu erleben, auch wenn sie sich nicht zeigt – was die einen freut (meist Frauen), die anderen ärgert (meist Männer): In Her, einem Film, den man sich unbedingt im Original anschauen muss, agiert Johansson nur mit ihrer Stimme. Und zwar großartig. Sie spricht Samantha, ein lernfähiges Superdupercomputersystem, in das sich der vom Leben enttäuschte Theodore (Joaquin Phoenix) Hals über Kopf verknallt. Eine herrlich bizarre Liebesgeschichte über die Magie der Sprache. Eine Amour fou mit einem Körper und zwei Stimmen. Weiterlesen
Seit ein paar Wochen kommt der Kulturteil der München- und Bayern-SZ ziemlich neu daher. Mehr Service, mehr Magazin, mehr Mehr. Eine Kolumne gibt es auch, und ich bin einer der Autoren. Unter dem – nun ja – Schlagwort „Vorschlag-Hammer“ schreiben SZ-Journalisten auf, welche Kulturveranstaltungen sie empfehlen (und vor welchen sie warnen). Hier mein vierter Teil vom 7.3.2014:
VORSCHLAG-HAMMER
Zur Sache, Sätzchen!
Neulich wurde eine Frau siebzig, die ich als mitteljung abgespeichert hatte. Zugegeben, das Spätwerk von Uschi Glas zog an mir ungesehen vorbei wie die Farce namens Fasching. An die früheren Projekte der Schauspielerin erinnere ich mich aber gerne. Für mich wird die Uschi immer die Elfi aus „Unsere schönsten Jahre“ bleiben, die Ilona aus „Polizeiinspektion 1“, unbedingt auch „die flotte Barbara“ aus „Zur Sache, Schätzchen!“ Sie wissen schon, der Schwabing-Film mit dieser wunderbaren Zeile: „Zur Sache, Schätzchen, mach keine Mätzchen, komm ins Bettchen, rauchen wir noch’n Zigarettchen.“ Das ist steile Lyrik, und immer wenn ich den Titel von 1968 lese (am Sonntag, 9. März, läuft der Film um 18 Uhr im Theater Heppel und Ettlich), entziffere ich „Zur Sache, Sätzchen!“ Was mich dann motiviert, schönen Sätzen mehr Aufmerksamkeit zu schenken. Leider viel zu oft gehen sie unter im großen Ganzen. Weiterlesen





